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Δευτέρα 17 Μαρτίου 2008

Im Trend: Public Private Partnership

Je kleiner, desto lukrativer: Auch Mittelständische Firmen profitieren inzwischen kräftig von Public Private Partnership. Die Anzahl der Projekte hat sich in Deutschland seit 2005 verdoppelt. Tendenz steigend.

Wolfram Wäschers Geschäftsidee hat gewaltiges Potenzial: Der Geschäftsführer des Bäderbauspezialisten SAB aus Friedrichshafen verwandelt öffentliche Schwimmbäder in "Gesundheitsparks rund ums Wasser".
Wäscher ist überzeugt: "Solche Wellness-Oasen liegen voll im Trend. Sie sind die Geschäftsidee der Zukunft." Geeignete Objekte gibt es reichlich: Von den 6.700 kommunalen Frei- und Hallenbädern in Deutschland ist jedes vierte renovierungsbedürftig.
Nur: Den Eignern fehlt das Geld.
Wäschers Konzept kommt den Kommunen daher gerade recht.
Denn er verwandelt die maroden Immo­bilien nicht nur in schmucke Erholungsstätten für die Bürger – Wäscher bringt auch gleich noch die Finanzierung mit.
Public Private Partnership heißt dieses Modell, kurz PPP.

Bei PPP-Projekten übernimmt das (private) Unternehmen den Bau oder die Renovierung und später auch den Betrieb eines Objekts der öffentlichen Hand (public).
Eigentümer bleibt oder wird der Staat. Die Partner schließen einen Vertrag, der meist über 15 oder 30 Jahre läuft. Das Schöne: Beide Seiten profitieren.
So können Kommunen ihren Bürgern ordentliche Infrastruktureinrichtungen bieten, und obendrein sinken die Belastungen.
Die privaten Betreiber machen einen ordentlichen Schnitt – so rechnet SAB mit mittelfristigen Renditen von zwölf bis 15 Prozent.

Kein Wunder also, dass PPP immer beliebter wird: Der Anteil dieser Projekte an den gesamten öffentlichen Investitionen hat sich in Deutschland seit 2005 verdoppelt und liegt jetzt bei etwa fünf Prozent.
Dass der Trend zu PPP sich noch verstärken wird, ist für Frank Littwin, Leiter der PPP-Task- Force beim Finanzministerium Nord­rhein-Westfalen, eine ausgemachte Sache.
Und gerade mittelständische Unternehmen können in diesem Markt mitmischen.
Denn 85 Prozent der Projekte sind Schwimmbäder, Sportanlagen, Schulen oder ähnliche kommunale Vorhaben, deren Kosten zumeist die Schwelle von 15 Millionen Euro nicht überschreiten.
Günstiger wirtschaften
Und fast jedes dieser Projekte ist ein Beweis für die Überlegenheit unternehmerischer Initiative gegenüber obrigkeitlicher Verwaltung.
Wolfram Wäscher zum Beispiel macht diese Rechnung auf: Durch Energiemana­gement und einen effektiveren Personaleinsatz (ohne Entlassungen) wirtschaftet das Unternehmen im Schnitt mit 40 Prozent niedrigeren Betriebskosten als die Kommune.
Gleichzeitig steigert SAB durch attraktivere An­gebote und eine moderne Anlage die Zahl der Kunden und erzielt so 35 Prozent mehr Einnahmen durch Eintrittsgelder.
Zudem zahlt die Kommune eine Art Miete.
Unterm Strich sind die Kosten der Kommune im Vergleich zum Eigenbetrieb aber immer noch deutlich geringer.
Dieser Vorteil beläuft sich erfahrungsgemäß auf "gut zehn Prozent", hat Markus Fischer ausgerechnet.
Er ist Inhaber des Planungsbüros Dr.-Ing. Fischer Consult in Rheinbach und betreut zwei PPP-Projekte in der Nähe von Bonn. Fischers Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen einer druckfrischen Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik ("PPP und Mittelstand").
In der Studie werden 30 Vorhaben analysiert.
Die Kosten, die öffentliche Auftrag­geber durch private Unternehmer einsparen, beziffern die Experten im Durchschnitt auf 14 Prozent.
Gibt es bei PPP also ausschließlich Gewinner? Leider nein.
Denn bevor ein Unternehmen einen Vertrag mit dem Public-Partner unterschreiben kann, muss es als Sieger aus einem Ausschreibungsverfahren he­rausgehen.
Und diese Verfahren sind extrem aufwendig, bis zu 500.000 Euro bei einem 15-Millionen-Euro-Objekt sind keine Ausnahme.
Hier spiegelt sich der komplexe Beratungsbedarf wider: Für Bauplan, Finanzplan, Steuerplan und juristische Beratung muss der Firmenchef zahlreiche Experten konsultieren.

Dass dieser Kostenblock eine gehörige Bremse für unternehmerisches Interesse darstellen kann, hat nun auch der Staat erkannt. "Mehr Standards im Vergabeverfahren würden PPP-Projekte unternehmerfreundlicher machen", bekräftigt Littwin vom Finanzministerium NRW. Er will für die Zukunft vorgefertigte Vertrags- und Finanzierungsbausteine.

"Wir haben schon oft Geld und Arbeit in Ausschreibungen investiert, ohne den Zuschlag erhalten zu haben", erinnert sich Stephan Heilmann, geschäftsführender Gesellschafter der
Carl Schumacher GmbH.
Doch von Jahr zu Jahr stieg die Zahl der Vertragsabschlüsse. Inzwischen ist sein mittelständisches Bauunternehmen in Wolfenbüttel seit 25 Jahren mit PPP-Konzepten vor allem im Hochbau überaus erfolgreich. Heilmann betreibt zum Beispiel Schulen, Studentenwohnheime und Kläran­lagen. Der Firmenchef über das Ge­heimnis des Erfolgs: "Das Unternehmen hat sich über Jahre das nötige Fachwissen im komplexen PPP-Verfahren angeeignet. So können wir inzwischen weitgehend auf externe Berater verzichten."